Erinnerungen – 10.02.2010: einer meiner besten Tage / Momente ever

Manchmal braucht ein Beitrag etwas, naja viel, länger um diesen zu veröffentlichen. So geschehen im Folgenden – begonnen hatte ich diesen im Febraur 2019 zu schreiben – ich hoffe, ich kann Euch mit in die Vergangenheit und nach Kanada ins Jahr 2010 entführen. Nach mehr als einem Jahr ist die Story immer noch nicht wirklich fertig …  und die nächste Tour nach Genf startet bald wieder (so noch die Idee im Januar 2020) …

Und inzwischen ist soviel passiert: der Genfer AutoSalon 2020 wurde gecancelt, die Fahrt nach Frankreich ist damit ausgefallen, fast alle sportlichen Events, wie z. B. die Olympischen Spiele in Tokio 2020, werden ebenso nicht stattfinden. Corona macht wirklich die Welt verrückt. Da darf ich aktuell wirklich zufrieden sein, dass es mir bis hierher gut geht und ich gesund bin, den vielen engagierten Helferinnen und Helfern die an der „Front“ stehen, sei wirklich dafür gedankt.

Nun aber zur Story …

Ein Tag, wie alle anderen, wird es mal wieder, dachte ich noch so bei mir, als wir die Fereienwohnung in Annecy – am Mittwoch, 13.03.2019., verließen.

Der Weg führte mich an diesem Tag fast wieder bis Albertville, dem Austragungsort der Olympischen Spiele von 1992. Dies brachte mir wieder eines meiner „*****-Highlight-Ereignisse“ (ever) in den Kopf und am Abend, nach der Rückkehr in die Ferienwohnung, musste ich erst einmal mein übrig gebliebenes (dem Autoeinbruch in Montreal 2017 geschuldet), digitales Fotoarchiv zu Hause in Berlin auf der NAS durchsuchen – um Fotos zu den Bildern und Gedanken, die ich im Kopf hatte, zu finden. Tatsächlich bin ich dann auch, gefühlt nach mehreren Stunden, fündig geworden…. Inzwischen hat diese NAS nach 20 Jahren durch eine Stromunterbrechung den Geist aufgegeben.

Doch am Besten ich erzähle von Anfang an: Wir gehen in der Geschichte 10 Jahre zurück und schreiben Mittwoch, den 10. Februar 2010. Ein trüber Tag vom Wetter her, aber ein heller Stern am Firnament, wenn ich die Erlebnisse und Erinnerungen des damaligen Tages revue passieren lasse. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich, gemeinsam mit The Transporter (der damals noch nicht so hieß), im Urlaub in Vancouver (Ca). The Transporter wurde zu The Transporter 2016 als er meine Fahrrad-Tour von Berlin nach Stockholm supported hat. Klarnamen versuche ich in meinen Stories grundsätzlich nicht zu nennen.

The Transporter war erst 2 Tage zuvor nach Vancouver angereist. Ich war schon aufgrund eines Sprachkurses seit Anfang Januar in Kanada. Ja, oh Kanada – das ist schon komisch, obwohl ich zuvor noch nie dort war, war und bin ich fasziniert von diesem Riesenland voller Harmonie und doch auch starken Gegensätzen – so mein Gefühl von Außen. Die Faszination dieses Landes zieht mich irgendwie magisch an. Eine Reise nach Kanada war ein, oder sollte ich besser sagen, der eine Traum – sowie die noch bisher nicht vollendeten Reisen nach Island oder Spitzbergen – und dieser hatte sich damals nach nur 5 Jahren langen Wartens (von 2005 ) erfüllt…

Das war so ein Riesending, das man nur selten im Leben erlebt oder manchmal sich gar nur erhofft. Für mich war es wahr geworden; doch immer wieder musste ich prüfen, ob mich die Königin aus einem Märchen schon wach geküsst hat oder ich doch schlafe und nur träume. Seit der Bekanntgabe 2005, das Vancouver olympisch wird, war ich nur noch in Vorfreude auf diese eine Tour.

Um meine Reise nach Kanada zu verlängern und somit diesen Traum möglichst lang anhalten zu lassen, hatte ich eben nicht nur Urlaub gemacht, sondern noch einen 4-Wochen-Englisch Kurs vorangestellt. So konnte ich mit genehmigten Bildungsurlaub fast 10 Wochen in Kanada verbringen.

Und stell dir mal vor: längere Zeit in ein komplett fremdes Land zu reisen und du sprichst die Sprache nicht – und ich konnte wirklich nur ein paar Sätze und Worte Englisch – und diese fast nur alle auswendig gelernt. “…hoffentlich fragt mich niemand etwas…“, dachte ich die Anfangstage – nein, nein, English sprechen konnte ich wirklich nicht.

Aber so ist das halt, wenn man in der 7. Klasse lieber auf den Bauch und das Gefühl als auf den Kopf hört und lieber der Schönheit der Sprache folgt und Französisch statt Englisch lernen möchten. Ausserdem mit einer Klassenstärke von, wenn ich mich richtig erinnere, 7 Leuten, ist man dann auch etwas Besonders. Und einfach der Masse nachzulaufen ist sowieso nicht mein Ding. Und genutzt, genutzt hat es nicht viel. Französisch kann ich nun noch viel schlechter als Englisch. C’est merde ;-). Aber wie konnte ich 1987 auch ahnen, 2010 nach Kanada fahren zu können – meine prophetische Ader ist nicht gerade besonders stark ausgebildet. Aber weiter im eigentlichen Text…

Wie berichtet hatte ich keine Englisch-Kenntnisse, so dass aller Anfang trotz viel Spaß, Entdeckerlust und Aufgeregt sein, ziemlich schwer war.

1. nach fast 10 Jahren wieder den überwiegenden Teil des Tages die Schulbank zu drücken, fiel mir zunächst nicht so leicht. Das war ganz schön anstrengend und hat Kraft gekostet. Zum letzten Mal hatte ich während des Studiums 3 bis 4 Stunden am Stück in einer Vorlesung gesessen. Daran konnte ich mich dann doch recht schnell wieder gewöhnen. Und nach einer Woche war das auch fast Routine, aber auch nur fast.

2. Wenn man nach Kanada fährt, um einen richtigen, kalten Winter mit Schnee zu erleben und wenn man dann ständig bei +10° bis +12° Celsius und einem Sonnen-Wolken-Regenmix aufwacht, ist das frustrierend. Dennoch Sonnentage gab es auch und die waren ganz schön 🙂 Wirklich, könnt ihr mir glauben! Aber ist halt kein Winter. Aber jetzt bin ich auch schlauer – der Westen ist halt nicht unbedingt so kalt wieder der Osten (jedenfalls 2010)

3. Insbeondere wenn zu Hause, in Deutschland, der beste und längste Winter seit mehreren Jahren/Jahrzehnten stattfindet und ich nicht da bin, dann ist das schon fast tragisch. Was tut man nicht alles für seinen Traum. Jedenfalls blieben die Schnee/Ski-Klamotten in den ersten 4 Wochen im Koffer/Schrank.

ABER: ich glaube, ich wiederhole mich – und wenn ich so schreibe, fühle ich mich als wäre ich gerade erst dort gewesen – ich war auf meiner Traumreise, in meinem Traumland und ich hatte Eintrittskarten für meine Sportart No.1, Biathlon, ergattert – was wollte ich mehr? Und es wurde aber tatsächlich noch besser, viel besser, besser als ich es je erträumen hätte können.

Und was mir über die Anfangszeit auch geholfen hat, war die super nette Gastfamilie in Vancouver bei der ich während des Kurses untergekommen war. In Erinnerung geblieben sind vor Allem ihre zwei niedlichen und “zuckersüßen“ Mädchen – 2 und 4 Jahre alt. Das hat viel Spaß gemacht – sie waren auch dabei ihre Sprache(n) zu erlernen – Spanisch und ihre Muttersprache, Englisch, – viele lustige Sachen haben wir zusammen angestellt – vor Allem lustige Videos mit vielen Schneeflocken ❄. Den Eltern war das nicht immer so recht, da in Kanada eine Gast sehr respektiert wird und auch entsprechend zuvorkommend behandelt wird. Die Mädchen sollten den Gast, also mich, nicht ständig stören… ach das war uns manchmal ein wenig egal 🙂

Der Englisch-Kurs war dann jedenfalls am 4. Februar abgeschlossen und jetzt hatte ich endlich genügend Zeit die Gegend um Vancouver wirklich zu erkunden. Und nicht nur das, sondern ich war ja auch in Kanada, in dem am 12. Februar endlich die lang ersehnten Olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler begannen. Das war ja der zweite wesentliche Grund meiner Traumreise.

Ich weiß, viele Leute mögen oder unterstützen Olympische Spiele nicht oder nicht mehr, da diese sehr kommerziell geworden sind. Dies sehe ich auch kritisch, aber ich sehe auch das Besondere in einer 4-Jährigen Olympiade, die in den Olympischen Spielen endet. Und dann zählt doch nicht nur das Geld sondern auch der Mensch, das Zusammenkommen und die besondere Stimmung.

Jedenfalls seit der Verkündung im Jahr 2005 hatte ich daraufhin geplant, gezittert, das alles passt, und ganz schön gespart. Und fast Alles wurde wahr und einiges wurde noch viel, viel besser. So verging doch ganz schnell die Schul-Zeit und die ersten 4 Wochen waren im Handumdrehen vorbei…

Und am 8. Februar kam dann auch die Verstärkung, einer meiner wenigen sehr guten Freunde, auf den man sich immer verlassen kann, per Flugzeug aus Deutschland angereist. Und ich könnte mich heute noch selbst in den A… beißen, wie viel Respekt ich damals vor dem Fahren des Automatik-Leihwagens hatte – zu meiner Verteidigung – ich war vorher noch nie Automatik gefahren. Da musste der arme The Transporter, der gerade über 10 h aus Deutschland angereist war, den Leihwagen, den wir uns am Flughafen Vancouver reserviert hatten, wahrscheinlich total (über)müde(t), selbst zu unserem Hotel, Sheraton Vancouver Guildford, fahren. Nur weil ich an diesem Tag zu feige war – dabei ist das gar kein Ding – Tage später ging es ja dann auch mit dem Fahren. Heute schmunzele ich darüber, wie blöde ich doch war. Aber das gehört auch zu dieser Geschichte dazu…

Und heute bin ich Routinier im Fahren von Automatik-Wagen, wobei ich dennoch Schaltwagen bevorzuge, außer bei Computerspielen :-). Man darf halt nur einen Fuß benutzen und nicht beide :-)!.

Apropos 5 Jahr später war ich alleine in Toronto und habe dort auch einen Leihwagen für eine Rundtour in Ontario benutzt und die ersten paar Meter wollte ich tatsächlich mit 2 Füßen den Automatikwagen steuern – das geht nicht – glaubt mir. Das ist aber noch eine andere Geschichte…

Der Tag, über den ich eigentlich berichten möchte, kam dann auch näher… Mittwoch, der 10. Februar 2010, war ein trüber Tag und Regen kündigte sich bereits beim Aufstehen, beim Hinaussehen aus den Hotel-Fenster, an. Ich hatte mir an diesem Tag eigentlich gewünscht für meine “freiwillige Höhenangst-Therapie“ die Capilano Suspension Bridge (Wiki) zu besichtigen bzw. auch zu überqueren. Dies ist eine in North Vancouver befindliche frei schwingende Seil-Brücke, die über den Capilano River führt (Höhe: ca. 70m). Doch The Transporter hatte schon aufgrund des immer stärker werdenden Regens angezweifelt, ob dies die richtige Entscheidung ist – und wenn ich mich so erinnere, es war auch eigentlich von ihm nicht die erste Wahl für einen Ausflug an diesem Tag. Ich glaube, ich musste ihn etwas länger dazu überreden. Jedensfalls haben wir uns gegen 10:00 Uhr mit unserem DMC von unserem Hotel nach North Vancouver aufgemacht.

Da wir den Weg zur Brücke nicht gleich gefunden hatten und es immer mehr regnete, gab ich letzten Endes The Transporter recht und wir brachen doch noch unseren Ausflug zur Brücke ab. Aber irgendwie – das weiß man nicht – hatte ich Lust trotz des Regens nicht im Hotel zu verbringen und manchmal sind es dann nur “blöde“ Zufälle, die einen x-beliebigen zu einem der einzigartigen Tage macht. Als wir doch gerade wieder in Richtung Hotel umkehren wollten, und wie es manchmal so ist, man fährt noch ein Stückchen weiter, um zu sehen, was “um die Ecke“ so kommt, sah ich die Gondel-Bahn zum Grousse Mountain. Was wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wussten, wohnin diese fuhren.

Nach kurzem Check, Hin- und Her, ob es sich lohnt und was es kostet, und es regnet ja – da aber zufällig auch eine von den Gondeln zur Abfahrt bereitstand, war doch die Entscheidung schnell getroffen, bezahlt und los gings, hinein ins Ungewisse – in meinen Gedanken hörte ich Transporter sagen “tsja ist wieder ein Stein (Berg)“. Keine Ahnung, was uns erwarten könnte. Spontan erst einmal losgehen… Dann war diese Aktion halt an diesem Tag meine Therapie – das damit eine Reihe von tollen und unvergesslichen Ereignissen angestoßen wurde, war noch nicht vorauszuahnen.

Fahrschein zum Grouse Mountain

Die Fahrt mit der Gondel dauerte nicht allzulange, aber was mit Regen in der Talstation begonnen hatte, wandelt es sich nach der Hälfte der Strecke in Graupel und dann in Schneegewusel. Der erste wirkiche Neu-Schnee auf der Kanada-Tour bekam ich nun zu Gesicht und oben auf der Bergstation angekommen, lag schon eine Meterhohe Schneedecke – endlich Wintergefühle, endlich Schnee, endlich kälter, endlich Winter.

Wie immer, wenn ich Schnee sehe, wurde ich zum kleinen Kind – ich muss den Schnee anfassen, spüren, meine Fußspuren hinterlassen und da es der erste Schnee in Kanada war – ging auch gleich ein Bild in die Heimat – es gibt doch Schnee in Kananda. Im Tal, so war zu sehen, regnete es unermütlich weiter, wie Bindfäden , der Blick auf Vancouver war grau und wolkenverhangen.

In Deutschland “lachte“ man nur müde über das Schnee-Bild mit dem Fußabdruck, da das ganz Land selbst unter einer dicken Schnee- und Eisdecke lag. Davon bekam ich aber im weit entfernten Kanada leider nichts mit.

Vom Regen in den Schnee – dies hatte ich mir an diesem Tag so nicht erträumen können und so war dies für mich das erste Hightlight an diesem Tage. Und ich konnte nicht genug vom Schnee bekommen…

Jedenfalls als wir oben auf dem Gipfel ankamen, ich kann es nicht wirklich beschreiben, irgendetwas lag in der Luft – meine Stimmung war irgendwie euphorisch, aber was noch kommen sollte, konnte ich noch nicht wirklich erahnen.

Auf dem Gipfel gab es eine Baude mit einem Restaurant, Räume zum Preparieren und Aufwärmen für die Ski-Fahrer, ein kleines Museum und auch eine Shop für so allerhand touristischen Schnickschnack. Nachdem wir uns draußen genug umgeschaut, viele Bilder geknipst und uns genügend den Schnee und Wind um die Nase wehen lassen haben, sind wir mit dem Ziel in die Baude gegangen, eine Kleinigkeit zu Essen und im Shop noch ein paar Souveniers zu suchen. Doch irgendwas war komisch, überall waren Kameras aufgestellt und viele Leute wusselten hektisch herum. Aber so richtig war nicht zu sehen, was für ein Ereignis noch stattfinden sollte oder stattgefunden hatte.

Jedoch konnte man bemerken, dass langsam immer mehr und mehr Leute auf dem Gipfel ankamen und sich der Gipfel langsam füllte. Naja nun gut, wahrscheinlich nicht ungewöhnlich für eine Ski-Abfahrtspiste, aber viele hatten auch gar keine Skier dabei… Wir guckten uns um und erkundeten die Lokalität. Nachdem wir im Restaurant gegessen hatten – ich erinnere mich an einen Käsekuchen zum Nachtisch, der eigentlich ein Tiramisu sein sollte – wollten wir eigentlich wieder bergab ins Tal fahren, aber die Bahnstation war inzwischen so gefüllt, dass ein Abfahrt unmöglich war. Und die Leute wollten nicht wirklich herunterfahren, sondern warteten regelrecht irgendwie, das etwas passiert. Also blieben wir auch erst einmal stehen. Die Sapnnung stieg immer mehr, was nun hier passieren soll und wenig später war es dann klar und das war eine Überraschung und das nächste unerwartete Highlight an diesem Tag.

Mit einer der nächsten Gondeln konnten man es sehen – erst durch den Nebel verschommen und dann immer klarer werdend – auf der Gondel stand jemand – nicht in sondern auf der Gondel – und dann wurde es mir schlagartig bewußt – der Mensch auf der Gondel trug die Olympische Fackel mit dem Olympischen Feuer. Auf Grousse Mountain fand die nächste Fackelübergabe statt. Es waren ja nur noch zwei Tage bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Vancouver und jetzt war das Feuer auf Gousse Mountain angekommen.

Der Fackelläufer wurde stürmisch von den Leuten empfangen. Er kletterte von der Gondel herunter und setze seinen Lauf bis zum Fahnenplatz, unweit der Baude, fort. Leider war hier kein Durchkommen aufgrund der Menschenmassen mehr möglich und somit konnten wir auch nicht Live die Fackelübergabe an die nächste Läuferin sehen. Wir blieben deshalb direkt an der Gondelstation stehen – konnten sogar noch etwas näher herantreten – und das war auch gut so, denn ca. 20 min später kam dann die neue Fackelträgerin zurück und fuhr wieder auf der Bahn stehend zurück ins Tal – with glowing hearts.

Nachdem dieses Spektakel vorbei war, dachte ich, was es für ein Zufall sein muss, dass wir gerade an diesem Tag und aufgrund des Regens im Tal, hierauf gefahren sind. Für mich als Fan des Olympischen Gedankens war dies schon ein riesiges Ereignis – so nah an der Fackel zu sein. Aber das war ja noch nicht alles an diesem Tag – es sollte noch besser kommen und auch wieder nur durch Zufall.

Wie es eben so ist, die vielen neugierigen Menschen, die auf den Berg gekommen waren, um die Fackelübergabe zu sehen, mussten auch wieder ins Tal kommen – so war die Schlange an der Gondelstation entsprechend lang. Ich glaube, ich überredete The Transporter, dass wir noch ein wenig warten, bis die meisten wieder nach unten gefahren sind um dann später ruhig auch ins Tal zu fahren, wenn die Gondel dann nicht mehr all zu voll sind.

In der Zwischenzeit nutzten wir die Gunst der Stunde, da das Restaurant gerade etwas leerer war, um noch etwas zu Trinken und oder zu Essen. Dies habe ich in der Aufregung inzwischen vergessen. Und auch dies war wieder ein Zufall oder Glücksgriff – und jetzt sollte es für mich zu einem der besten Tage/Momente werden, den ich bis dahin in meinem Leben hatte. So ein Highlight zu erleben, das war für mich pure Magie. Kaum saßen wir im Restaurant ging die Tür auf und eine Mann betrat den Gastraum. Soweit nichts ungewöhnliches. Beim zweiten Hinschauen erkannten wir aber, dass er das gleiche Dress trug, wie die Fackelläufer wenige Momente vorher. Und jetzt pochte mein Herz vor Aufregung doch noch etwas mehr: Er trug auch noch die originale Olympische Fackel, die gerade noch das Olympische Feuer transportiert hatte, mit sich. War das jetzt wirklich real?

Etwas perplex und auch schüchtern, dass das gerade uns jetzt hier passiert, trauten wir uns zu fragten, ob wir ein Foto mit ihm und der Fackel machen dürften. Was mit einem freundlichen und selbstverständichen „Ja, klar“ erwidert wurde.

Aber jetzt kommt es noch besser – er übergab mir die Olympische Fackel (torch) in meine Hand und ich konnte es nicht fassen. Wirklich erst im Nachhinein habe ich realisiert, was passiert war: In einem meiner Lieblingsländer, auf meiner ersten Traumreise nach Vancouver, zu den Olympischen Spielen 2010, habe ich die orginale Olympische Fackel selbst in den Händen gehalten und durfte einen kanandischen Fackelträger gegenüberstehen. Das war für mich ein großer, emotionaler und glücklicher Moment – an den ich mich immer wieder gerne zurück erinnere. Insbesonderem dann, wenn es mal nicht so spritzig und gut läuft, nehme ich diesen Moment, um mir zu zeigen, dass das Glück es auch zwischendurch mal gut mit mir meint. „Man weiß oft nicht, was Glück ist, aber man weiß, was Glück war“ (abgwandelt nach Francoise Sagan)

Glückstaummelt und irgendwie weit weg von dieser Welt fuhren wir dann wieder ins Tal herunter, wo uns dann auch wieder der Nieselregen einholte – aber das war an diesem Tag nur noch nebensächlich – ein toller Tag ging zu Ende und machte mich „heiß“, dass endlich die Olympischen Spiele beginnen sollen.

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