Neubrandenburg again…

Einen Sonntag, wie zum Träumen, galt es gestern für einen Tagesausflug zu nutzen. Neubrandenburg (NB) sollte es sein. Eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die es noch ein wenig mehr zu erforschen galt.

Zwar war NB schon ein paar Mal Etappen- oder Zwischenziel, das letzte Mal auf der Tour de Suede 2016 und davor Jahre(-zehnte) gar nicht; richtig kenne ich die Stadt aber nicht wirklich auch nicht durch die Fahrt gestern.

Neubrandenburg Neues Tor, Germany

Die kurze Anfahrt von ca. 130 bis 200 km (je nach Strecke) waren schnell absolviert – nur Fliegen ist schöner. Ich kann nur empfehlen, derzeit die Autobahnen zu nutzen, auch wenn es etwas länger dauert und landschaftlich nicht ganz so schön, wie die B96 ist. Dort zugelt man aber ganz schön vor sich hin. Und das macht nicht wirklich Spaß.

Zunächst galt es an der historischen Stadtmauer zu wandeln, die rund um den inneren Stadtkern gut erhalten bzw. restauriert wurde. Nirgendwo besser zeigt sich hier die Symbiose aus Neuem und Altem sowie gut erhaltenen- und herunter gekommenen Bereichen. Gleich gegenüber im Inneren der ringförmig angelegten Stadtmauer befinden sich moderne und schicke Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Neubrandenburg Konzertkirche, Germany

Im Hintergrund sieht man aber auch immer wieder die in 60iger/70iger populäre Plattenbauweise, die auch vor Allem die am Rand gelegenen Stadtgebiete NBs kennzeichnet. Viele belächeln diese Bauweise aus heutiger Sicht und wollen im Altbau wohnen, aber nur so gab es damals die Möglichkeit schnell und kostengünstig viele Wohnungen zu errichten, die damals dringend gebraucht wurden. Heute ist schade, dass viele dieser Wohneinheiten heruntergewirtschaftet und nicht modernisiert werden. Allerdings kenne ich den Wohnungsbedarf in NB nicht, ob eine Sanierung überhaupt sinnvoll wäre.

Ein kurzer Blick war auch auf die zentral gelegene –> Konzertkirche im Stadtzentrum möglich. Generell ist alles schön, sauber und aufgeräumt. Auch hier findet sich der moderne Stadtkern neben vielen historischen Gebäuden.

Konzertkirche Neubrandenburg
Konzertkirche Neubrandenburg

Nach einem kleinen Snack im Kornhus Bistro Cafe & Landbäckerei, die zum Gebäude der Vierrademühle gehört, ging es im idyllisch angelegten Kulturpark weiter zum Tollensesee.

Neubrandenburg Kornhus, Germany

Ein super schöner Platz am Ufer des Tollensesee eröffnet sich nach ca. 1,5 km kurzem Schlenderweg. Bei diesem Wetter ein super schöner Ort zum Relaxen. Und das Wasser zieht einen magisch an, so dass es wahrscheinlich nicht erstaunlich ist, dass ein kleiner Wasserausflug; dieses Mal mit den Tretboot; auf den Plan gerufen wurde. Ein wenig Glück war mir beschieden, da ich das letzte Boot ergattern konnte. Es waren tatsächlich noch andere auf die selbe Idee gekommen; völlig unbegreiflich 😉

Der See bot Erfrischung und Entspannung zugleich, wie man ja auch sehen kann. Auf dem Tretboot gabs zur besten Kaffeezeit ein großes Stück Apfel-Streuselkuchen, mitgenommen aus dem Kornhus. Super lecker und noch leicht warm – das geht immer auch wenn man gerade erst Mittag gegessen hat.

Blick vom Wasser auf den Tollensesee
Blick vom Wasser auf den Tollensesee
Erfrischung im Tollensesee
Erfrischung im Tollensesee

Für 1h war das Tretboot gemietet (1h = 9,50€, Lichtbildausweis wird benötigt) – kürzer macht keinen Sinn, sonst kommt man nicht weit auf dem See. Der leichte Wind machte es angenehm auf dem Wasser und lies die Sonne gar nicht so heiß erscheinen – trügerisch. Sonnencreme ist immer Pflicht. “Rote Kraben“ laufen schon genug herum und aus Erfahrung von der letzten Radtour (siehe Sonnenbrand! Zeitabschnitt Halle nach Erfurt) – lieber etwas mehr nehmen.

Neubrandenburg Eiscafe Venezia am See, Germany

Die Zeit auf dem Wasser verging wie im Fluge. -also gings geg. 16:15 Uhr zurück zur Anlegestelle. Dort warteten schon die nächsten. Vorher galt es das Boot noch Rückwärtseinzuparken. Das verlief erst ganz gut, nur dass Boot in der Endposition einen guten Meter vom seitlichen Steg weit entfernt war; an der Kaimauer war alles supi. Ja, ein Tretboot kann auch Rückwärtsfahren – wenn es auch etwas schwieriger ist, dies zu koordinieren – einfach Rückwärtstreten. Gut das der Pächter das Boot mit nem Haken einfangen konnte. Hört sich schlimmer an, als es war!

Jetzt war nur noch Eines offen: ein leckeres Eis. Angelockt von der langen Schlange am Eishäuschen und vom Werbeslogan “aus eigener Herstellung“ war die Vorfreude groß. Doch diese löste sich schnell wieder auf. Das erste Manko – Softeis gab es nicht. Zweites Manko: lange Schlange und Drittes Manko: weder das Eis noch die Waffeln schmeckten, wie erhofft. Das Eis war zu süß und hatte keinen Geschmack (Mango, 1 € pro Kugel) und die Waffel naja. Nicht viel besser. Da lieb ich mir doch das “Heißzeit“ in Gießen bzw. den Eisladen bei mir zu Hause um die Ecke.

Aber ich hätte vorgewarnt sein können, da der Laden “Venezia“ hieß. Typischer Eisladen, wie in jeder Einkaufsmall; aber hier wie dort ohne Quali-Check durch Konkurrenz.

Noch vom Boot barfuß ging es nun so zurück bis zum Parkplatz – über Stock und Stein. Ich wußte gar nicht, dass so manches Pflaster so sanft zu den Füßen sein kann (toll).

Die Enttäuschung über das Eis war schnell verflogen, da die schönen und tollen Eindrücke vom Tag doch mehr überwiegen als so ein dummes Eis.

Das Auto war im Parkhaus nähe Rathaus untergebracht. 4 Euro Parkgebühren waren zu verkraften. Hinwärts führte die Strecke über den kürzeren Weg auf der B96. Das ging mir zu langsam: Zurückzu habe ich die A20 genommen. Die Strecke ist zwar ca. 60 km länger aber dafür wesentlich schneller und fahrfreudiger, wenn es keinen Traffic jam gibt; doch ganz verschont wurde ich nicht. Ich sag nur selbst-erzeugter Stau – ohne Grund durch sinnloses Linksfahren und in die linke Spur reindrängeln, damit der nachfolgende Fahrer stark abbremsen muss (Ziehharmonika-Effekt). Und die rechte Spur ist wieder mal total leer.

Aber es ging alles gut. Ein kurzer Tankstopp bei Bernau auf einem Autohof kostet auch nicht allzuvel Zeit. Gut und Munter bin ich dann zu Hause 20:15 Uhr angekommen.

Zu Hause angekommen heißt nicht, die Tagesziele erreicht zu haben. Nein : eine Fahrrad-Aktivität wartete noch, da ich mein Wochenkontingent von 75 km noch nicht erfüllt hatte. 2 mal zur Arbeit fahren reicht nicht; es sollten schon mind. 3 mal sein (Hin- und zurück: 6 x 12,5 km). Das Wetter war aber noch sehr gut und somit stand dieser Aufgabe nichts mehr im Wege. Siehe die Angaben zur Strecke und Fahrzeit in der Blognachricht vom Vortag –> http://cms.dynamicspace.bike/sonntag-abend-und-wochenziel-nocht-nicht-ereicht/

So aufgeputscht von der Rad-Runde hätte ich noch Bäume ausreisen können. Ich hätte gedacht, dass ich mehr K.O. bin. Toller Tag, zur Wiederholung vorgesehen!

Empfehlung: Lecker Eis in Giessen

An warmen und heißen Tagen kann ich nur empfehlen, mal am Eisstand/Eiscafè „Heisszeit“ in der Giessener Innenstadt vorbeizugehen. Das Eis war oberlecker. Geschmackvoll, nicht so süß und die Sorten konnten man nicht nur erriechen sondern wirklich erschmecken. Wirklich Sensationell.

Ich gebe sonst keine Empfehlungen aus, aber hier mach ich mal eine Ausnahme!


Guten Morgen!

Zunächst gehen heut‘ besondere Grüße und ganz liebe Wünsche zum Vater- und Männertag an die für mich besten Papas der Welt, nämlich meinen Papa und meinen Bruder! Also “Jungs“ lasst es Euch jut gehen, lasst Euch von allen verwöhnen und macht Euch einen wunderschönen Tag! Das sollte bei den Aussichten: strahlende Sonne und blauer Himmel ganz leicht fallen!

Natürlich sind auch alle anderen Väter und Männer gegrüßt! Die Sonne lacht heute nur für Euch – das ist Quatsch ;-).

Aber ich finde, es braucht eigentlich keine besonderen Tage für Männer, Väter, Mütter, Frauen, Kinder, usw. Jeder verdient den Respekt und die Anerkennnung zu jeder Zeit und ein liebes Wort macht den Tag für jeden etwas schöner! Aber wenn wir die schon haben, nutzen wir die natürlich, um einen kleinen Extra- Dank auszusprechen!

Nicht kleckern, klotzen
Nicht kleckern, klotzen

Letztes Radtour-Kapitel wird aufgeschlagen

Nach 17 Tagen, davon 13 Tagen auf dem Rad, hoffe ich heute Donnerstag, 14. Juli 2016, die Hauptstadt von Schweden, Stockholm, zu erobern und dann die Radtour 2016 abzuschließen.

Dann geht auch schon wieder, zwar ein manches Mal kräftezehrendes aber überwiegend schönes und relaxtes Kapitel des langgeplanten Sommerurlaubes 2016 zu Ende. Und das Experiment war zudem noch erfolgreich und lässt sich auf die ein oder andere Art und Weise wiederholen. Der “Spinner“ hat es dann tatsächlich auch ohne Auto geschafft von Berlin nach Stockholm zu reisen – und zugegeben rund 10 km von doch über 1200 km wurde ich gefahren und hatte immer The Transporter als Backup. Da fühlt man sich schon etwas sicherer, auch wenn es nur zum Beinah-Gebrauch des Besenwagens gekommen ist.

Heute erwarten mich auf der letzten Etappe, von Södertälje nach Stockholm, noch einmal ca. 45 km. Ein später und relaxter Start am Donnerstag-Vormittag werden mich voraussichtlich das erste Ziel in Stockholm zum Lunch, gegen 13:00 Uhr, erreichen lassen.

Stockholm,Sweden

 

Vormittags kann es dabei noch etwas regnen (ca 51%ige Wahrscheinlichkeit). Der Regen soll sich, wenn der “Rad“-iator zur Stadt einfährt, bis Mittag verzogen haben. So wie es sich gehört, wenn Besuch vorbeikommt 😉 .

No weather data found for [, “Sweden“, “Stockholm“], horizontal]

Nach der Ankunft in Stockholm wird dann das Rad ins The Transporter-Auto verfrachtet und die Tour durch Schweden wird ohne Zuhilfenahme des Rades fortgesetzt. Der Radler wird zum Auto-Mitfahrer.

Aber alles weitere ergibt sich dann erst, wenn es soweit ist. Genauso relaxt, ruhig und auf Urlaub abgstimmt, wie vorher mit Rad, nur das die Essensportionen nun wieder kleiner werden können und müssen. Ich hoffe, ich erinnere mich daran! Denn ohne die täglichen 80-100 km Radfahr-Einheiten braucht man plötzlich keine 2000-3000 kcal mehr zusätzlich 😉 . Aber Essen schmeckt mir immer, mit und ohne Radfahren, und vor Allem im Urlaub – und sowieso Kuchen und Eis gehen immer (separater Zweit-Magen)!

Was heute geschah oder ein Drama in mehreren Ebenen

Der Tag fing sehr gut an. Die Sonne lachte durch die Fenster meiner Unterkunft und weckte mich sanft – es stand eines der längeren Abschnitte auf der Fahrradtour an.

Hierfür musste ich gut präpariert sein. Deswegen gabs es erst einmal ein ausgedehntes und relaxtes Frühstück und natürlich die Vorbereitung des Lunch-Pakets, was unterwegs der Verpflegung dient. Dann prüfen aller elektronischen Geräte, die mich gut ans Ziel bringen sollen.

Hier noch ein paar Bilder von der Unterkunft Jägartorpet in Bromölla bevor ich durchgestartet bin.

Jägartorpet Bromölla
Jägartorpet Bromölla
Jägartorpet Bromölla
Jägartorpet Bromölla
Jägartorpet Bromölla
Jägartorpet Bromölla

Und dann ging es schon los. Ein sehr schön ausgebauter Radweg machte den Start dieses Teilabschnittes zu einem Vergnügen. Es ging sehr gut voran. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zwar aus den Vorbereitungen, was auf mich zukommen sollte, aber es kam doch etwas extremer, was der Tag für mich bereithielt, als erwartet.

Wie schon berichtet, ereilte mich die erste unschöne Situation mit dem kleinen Unfall und der im Wege stehenden Absperrung. Die Halterung der Lampe wurde notdürftig mit Heftpflaster (Schnellverband) gerichtet. Die Reperatur und der Aufenthalt dauerten doch fast 60 Minuten. Dafür hielt die Notoperation bis zum Ziel.

Patient versorgt!
Patient versorgt!

Etwas Positives: zwischedurch kam ein nettes Radler-Paar vorbei, die mir ihre Hilfe anboten. Doch die Reperaturstelle war schon gefixt und es musste nur wieder aufgeräumt werden. Ich findes es schön, wenn sich Radfahrer untereinander helfen.

Weiter gings erst einmal Richtung Karlshamn. Die Strecke änderte sich leider mehr und mehr.  Bis es nach ca. 25 km  dann endgültig nur noch bergauf und dann wieder bergab ging und das bis zum Ziel in Lyckeby (Karlskrona). Ca. 1100 Höhenmeter (ca. 450 positive Höhenmeter) wurden von mir heute bewältigt. Für einen Profi- oder Gebirgefahrer ist das natürlich nichts – aber für Normalos eine Herausforderung. Das war nicht nur eine Anstrengung für den Körper sondern auch eine Anstrengung fürs Gemüt und die Verfassung.

Es wollte einfach nicht mehr voran gehen und die Strecke zog und zog sich. Der Distanzmesser zum Ziel verringerte sich nur in ganz kleinen Trippel-Schritten. So richtig ins Rollen und radeln bin ich heute gar nicht gekommen. Da kann man zwischendurch schon mal den Fokus verlieren und muss sich neu sortieren und das Ziel fest im Auge haben. Letztendlich ist es ein schönes Gefühl im Ziel die Strecke bewältigt zu haben.

Aber das waren nicht die einzigen Störungen mit denen ich heute zu kämpfen hatte. Eigentlich hatten alle Wetter-Apps und das Fernsehprogramm erst Regen für heute Abend ab 20:00 Uhr vorausgesagt. Es sollten sich Wolken und Sonne bei angenehmen Temperaturen abwechseln. Das schöne Wetter zu beginn änderte sich in böigen Wind von der Seite oder immer von hinten und in zusätzliche Regenschauer. Also hieß wieder Regensachen rausholen, Packtaschen und Rucksack mit dem Regenschutz versehen und mal abwarten, wenn es zu heftig war, und mal durch den Regen weiterfahren.

Wenn dies nicht ausreichen sollte, ist auch noch mein neues Navigationsgerät in den wichtigsten Situationen nicht zu gebrauchen. Als ich nach langer Fahrt beim Zwischenstopp Ronneby angekommen war, verweigerte das Navi die Routen-Weiterberechnung bis nach Lyckeby. Aber zum Glück hatte ich noch mein Smartphone und die darauf befindliche Navigations-App. Diese arbeitet zwar nicht so detailliert, wie das Fahrrad-Navi, was den ein oder anderen Umweg (mehr km) verursachte, führte mich aber ans richtige Ziel.

Nach fast 9 h stündiger Fahrt (6:11 Fahrzeit) erreichte ich nach ca. 127 km (geplant 119 km) den Parkplatz der neuen Unterkunft – „Lyckåhem Hotell och Vandrarhem“.

Hier wartet schon The Transporter, mit dem ich mich für heute Abend verabredet hatte. Dann habe ich schnell den Check-In vollzogen und das Zimmer übernommen, mich kurz frisch gemacht um dann  noch kurz nach Karlskrona reinzufahren (mit dem Auto) und die verbleibende Zeit fürs Essen und Umherschauen zu nutzen.

So sind wir auch zu dem sehr großen aber leckeren Eis gekommen, dass wir dann leider im Eis-Cafe zu uns nehmen mussten, da der für 20:00 Uhr vorausgesagte Regen auch fast pünktlich in Karlskrona startet. Nach einem Schnell-Einkauf bin ich zurück in der Unterkunft und The Transporter wieder auf dem Weg zu unserem nächsten Treffpunkt in Mönsteras.

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Karlskrona am Abend

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Fazit: Alles braucht seine Zeit und Kraft. Ich bin glücklich, diese Etappe bewältigt zu haben und freue mich eigentlich schon auf Morgen und den nächsten Abschnitt. Mal sehen, was meine Knochen dazu morgen früh sagen.

PS: Damit das Fahrrad sicher steht, darf es heute sogar bei mir im Zimmer übernachten.

Patient darf mit ins Zimmer
Patient darf mit ins Zimmer